Der Immobilienmarkt Schweiz weist wesentliche Unterschiede zum übrigen europäischen Immobilienmarkt auf. Als wesentliches Merkmal ist zu beachten, dass die Schweizer mehrheitlich "ein Volk von Mietern" sind. Circa 62.8 Prozent der in der Schweiz wohnhaften Personen wohnen zur Miete (Stand: 2012); in städtischen Ballungsgebieten bis zu 85 Prozent. Dies einerseits aus historischen Gründen, jedoch auch, da in der Schweiz kaum staatliche Förderungen hinsichtlich Wohneigentum bestehen. Darüber hinaus ergeben sich aus Wohneigentum für Privatpersonen in der Schweiz steuerliche Nachteile. Zudem sind die Möglichkeiten für die Erstellung von neuen Wohnimmobilien durch die geografischen Gegebenheiten erheblich eingeschränkt.

Am 1. Juni 2013 standen in der Schweiz rund 40'000 Wohnungen leer, was einer Leerstandsquote von 0.96 Prozent entspricht. In den beiden Vorjahren belief sich die Leerstandsquote auf 0.94 Prozent. Am tiefsten ist die Leerstandsquote mit 0.6 Prozent in den Kantonen Basel-Stadt, Zug, Genf, Basel-Landschaft und Zürich. Auf der anderen Seite weisen die Kantone Jura, Solothurn, Aargau, Appenzell-Ausserrhoden, Glarus und St. Gallen allesamt Werte oberhalb von 1.5 Prozent Leerstandsquote auf. Bezüglich den Quoten nach Wohnungsgrössen kann beobachtet werden, dass diese mit zunehmender Zimmerzahl sinkt (1-Zimmer-Wohnungen: 1.14 Prozent - 6-Zimmer-Wohnungen: 0.68 Prozent). Ein Anstieg der Leerstandsquoten zeigte sich vor allem auch bei neu erstellten Mietwohnungen (Leerstandsquote 1.5 Prozent), was offenbar der Preispolitik im Bereich der Vermietung von neuen Wohnungen zuzuschreiben ist.

In der Stadt Zürich betrug die Leerstandsquote per 1. Juni 2013 0.11 Prozent (242 leer stehende Wohnungen). Dieser Leerstand, der ohnehin kaum nennenswert ist, entstand vor allem durch nicht vermietete Wohnungen in den eher teuren Stadtkreisen 1 (City), 2 (Enge, Wollishofen), 7 (Zürichberg) und 8 (Seefeld). Zum Vergleich beläuft sich die Leerstandsquote in Lausanne auf 0.2 Prozent, in Winterthur auf 0.2 Prozent, in Basel auf 0.3 Prozent sowie in Genf und Bern auf 0.4 Prozent. (Im internationalen Vergleich beläuft sich die Leerstandsquote in Frankfurt auf 2.2 Prozent und in München auf 1.7 Prozent sowie in Berlin auf 4.92 Prozent).

Obwohl Bestrebungen zur Schaffung neuen Wohnraums im Gange sind, können diese die Wohnungsnachfrage derzeit nicht ausgleichen. Aufgrund dieser Umstände betrachten wir den Schweizer Wohn-Immobilienmarkt auch kurz- und mittelfristig als attraktiv; langfristig sind die Aussichten aufgrund politisch motivierter Eingriffe in die demographische Entwicklung (z.B. "Masseneinwanderungsinitiative") nicht verlässlich einschätzbar.