Welche Vorteile ergeben sich aus einer
Investition in Immobilienaktien im Vergleich zu einer
Direktinvestition?
Wenn ein privater Anleger in die
Anlageklasse Immobilien investieren möchte, stehen ihm grundsätzlich
zwei Formen offen. Die erste Möglichkeit besteht darin, dass ein
Anleger unmittelbar eine oder mehrere Immobilien zum Zweck der
Vermietung erwirbt (Direktanlage). Allerdings kann eine Direktanlage
in Immobilien insbesondere bei geringem Investitionsvolumen Probleme
aufweisen. So fallen bei An- und Verkauf durch Steuern und Gebühren,
relativ zu anderen Anlageklassen, hohe Transaktionskosten an. Auch
können beachtliche Such- und Informationskosten entstehen. Während
der gesamten Investitionsdauer sind für eine effiziente Verwaltung
betriebswirtschaftliche und rechtliche (etwa des Miet- und
Steuerrechts) Kenntnisse erforderlich, über die typische
Privatanleger oft nicht verfügen. Weiterhin wird durch die
hohe Investition pro Objekt eine ausreichende Risikostreuung nach
Regionen und Nutzungsart nur institutionellen Investoren möglich
sein.
Die zweite Möglichkeit einer
Immobilienanlage stellt, nebst Immobilienfonds, die Beteiligung an einer börsennotierten
Immobiliengesellschaft dar. Die Notierung bewirkt sowohl eine
kontinuierliche Marktbewertung der Aktien als auch eine relativ zu
einer direkten Immobilienanlage höhere Liquidität. Der Erwerb von
Anteilen einer Immobilienaktiengesellschaft erlaubt somit bei
relativ niedrigen Transaktionskosten die Partizipation an der
Wertentwicklung eines diversifizierten, professionell verwalteten
Liegenschaftsportefeuilles Trotz geringem Investitionsvolumen kann
der Anleger so die oben genannten Nachteile einer Direktinvestition
umgehen.
Wie definieren Sie Ihren wichtigsten
Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu den börsennotierten
Schweizer Immobilienaktiengesellschaften?
Einige Immobiliengesellschaften entstanden, indem
sie ihre ursprüngliche Hauptgeschäftstätigkeit aufgaben und sich nur
noch auf die Verwaltung und Entwicklung der ehemaligen
Betriebsliegenschaften sowie anderer Liegenschaften zu konzentrieren
begannen. Oft wurden die ausgegliederten Immobilien umgehend
zurückgemietet, was es dem Verkäufer ermöglichte, im gleichen
Gebäude zu bleiben, jedoch die aufgelaufenen stillen Reserven auf
den Immobilien zumindest teilweise zu realisieren. Aufgrund dieser Umstände haben
einige bestehenden
börsennotierten Immobiliengesellschaften in der Schweiz damit zu
tun, dass zwangsläufig auch Immobilien übernommen werden mussten,
die nicht unbedingt der Performance dienen oder, die schlicht nicht
in die Portfoliostrategie der jeweiligen Gesellschaft passen. Desinvestitionen konnten hier auch nur sehr mühsam und nur teilweise
vorgenommen werden; Umnutzungen von ehemaligen Industriearealen
gestalten sich teilweise schwierig. SE Swiss Estates AG hat
hingegen nicht mit "Altlasten" zu kämpfen, was wir als unseren
wichtigsten Wettbewerbsvorteil betrachten. Allerdings ist
fairerweise anzumerken, dass sich die kotierten
Immobiliengesellschaften in der Schweiz in den letzten Jahren meist
positiv entwickelt haben, auch wenn vorgenannte Altlasten gewisse
Schwierigkeiten bereiteten.
Wie verhält es sich mit dem
Diversifikationspotential von Immobilienaktien?
Nach der Portefeuille-Theorie von
Markowitz ist für den relativen Anteil einer
bestimmten Anlage in einem Portefeuille aus mehreren Investments,
neben erwarteter Rendite und Standardabweichung, die Korrelation zu
anderen Anlagen wichtig. Dabei gilt, je niedriger die jeweiligen
Korrelationen zu den anderen Anlagekategorien ausfallen, umso
stärker können Diversifikationseffekte genutzt werden. Dies ist bei
Immobilienaktien gegeben. Je nach
Risikopräferenz des Investors wurden in diversen Studien optimale
Immobilienanteile zwischen 15 und 50 Prozent seines Portfolios ermittelt, um
Diversifikationseffekte optimal zu nutzen.
Wie schätzen Sie die langfristigen
Renditechancen ein?
Wir gehen mittelfristig von einer Performance von
8 - 10 Prozent pro Jahr aus, wobei diese Erwartung von vielfältigen
Faktoren abhängig ist und keinesfalls garantiert werden kann.
SE Swiss Estates AG investiert vor allem in
Wohnobjekte. Welche Entwicklung erwarten Sie im Bereich
Mietwohnungen?
SE Swiss Estates AG investiert
ausschliesslich in den städtischen Ballungszentren der Schweiz. Hier
haben wir sehr tiefe Leerstandsquoten, z.B. in Zürich (06.2005) 0.55
Prozent. Obwohl sich die Konjunkturlage im 2005 insgesamt
verschlechterte, blieben die Mietzinsen stabil. Zwar kam es zu
Mietzinsreduktionen infolge der gesunkenen Hypothekarzinsen, doch
tiefere Mietzinsen infolge der konjunkturellen Probleme blieben
gesamtschweizerisch weitgehend aus. Im Gegenteil: Sowohl bei grossen
wie auch bei kleineren Wohnungen konnten leichte
Mietzinssteigerungen beobachtet werden. Wir erwarten hier eine
Fortsetzung dieses Trends, vor allem im mittleren Preissegment.
Welche Möglichkeiten hat SE Swiss Estates AG den
Wert der Aktien langfristig zu steigern? Welches sind die
eigentlichen Value Driver?
SE Swiss Estates AG sieht hier folgende
Möglichkeiten:
-
Steigerung der Mietzinseinnahmen.
Es gibt hier grundsätzlich vier Optionen: Reduktion der
Leerstandsquote (falls vorhanden), Minimierung der Mieterfluktuation
(optimaler Mietermix), Wiedervermietung unter attraktiveren
Konditionen, Weiterentwicklung der Immobilie, um höhere Einnahmen zu
erzielen.
-
Erwerb von Liegenschaften mit
Wertsteigerungspotential. Aktives Portfoliomanagement im
Gegensatz zu der üblichen "Buy-and-hold"-Strategie. Liegenschaften
oder ganze Portfolios mit Wertsteigerungspotential werden erworben,
um sie nach Erreichen des Potentials wieder zu veräussern.
-
Senken der Kapitalkosten.
Optimierung der Kapitalstruktur durch umfangreiches
Asset-Liability-Management. Minimierung der Risiken bei gegebener
Rendite.
-
Senkung der Bewirtschaftungskosten.
Überlegungen im Zusammenhang mit In- oder Outsourcing des
Facility-Managements, da erst ab einer gewissen Grössen von
Skalenerträgen profitiert werden kann.
-
Aufbau intellektuellen Kapitals.
Dies ist die wesentliche Voraussetzung und das zentrale Bindeglied
vorerwähnter Value-Drivers. Die Investoren erwarten von
Immobiliengesellschaften dieselbe Professionalität wie von jeder
anderen börsennotierten Gesellschaft. Dazu gehört ein ausgebautes
Research, ein detailliertes Controlling, ein effizientes Portfolio-
und Kapitalmanagement sowie klare Entscheidungen hinsichtlich
Objektmanagement. Nur vor diesem Hintergrund kann eine
wertsteigernde Strategie für das Unternehmen gefunden und über
entsprechende Investor-Relations-Massnahmen den Investoren
kommuniziert werden.
Welche Anlagedauer empfehlen Sie für
Investitionen in SE Swiss Estates AG?
Trotz der Kotierung der Titel der SE Swiss
Estates AG an der BX Berne eXchange wird sich die Liquidität des
Marktes und somit die Fungibilität der Titel eher gemächlich
entwickeln. Somit ist eine Handelbarkeit der Titel aus
Liquiditätsgründen nicht in jedem Fall gegeben. Aufgrund dieser
Gegebenheiten empfehlen wir eine Haltedauer von wenigstens drei
Jahren einzuplanen und raten potentiellen Investoren mit
kurzfristiger Sicht derzeit von einem Engagement ab.
Für welche Anleger betrachten Sie eine Investition in
SE Swiss Estates AG als geeignet?
Wir sind der Auffassung, dass sich
potentielle Investoren generell sehr genau darüber informieren
sollten, wie sich ein geplantes Investment tatsächlich darstellt.
Wir betrachten eine Investition in SE Swiss Estates AG als
sinnvolle Diversifikation für vermögende Privatpersonen und
institutionelle Anleger. Vor allem kleinere und unerfahrene
Anleger sollten sich über die Risiken im klaren sein, welche mit
derartigen Investitionen generell einhergehen und sich auf jeden
Fall von dritter Seite kompetent beraten lassen.
Wie wirkt sich eine Investition für mich
steuerlich aus?
Die Beteiligungen an SE Swiss Estates
AG wurden insofern steuerlich optimiert, als dass keine
Ausschüttungen vorgenommen werden, sondern eine
Thesaurierungspolitik zu Anwendung gelangt. Dies vor allem, weil
Dividendenausschüttungen von Privatpersonen regelmässig zu
versteuern sind. Durch den Umstand, dass die erwarteten Gewinne im
Unternehmen verbleiben wird sich die Net Asset Value zwangsläufig
insgesamt erhöhen. Dies müsste langfristig betrachtet zu einem in
etwa linearen Kursanstieg der Titel in entsprechendem Umfang führen,
da Immobilienaktien naturgemäss recht nahe bei der Net Asset Value
notieren. Durch einen Verkauf von Aktien bzw. Partizipationsscheinen sollte die Realisation von Kursgewinnen für Privatpersonen
in der Schweiz unter dem Titel "Privater Spekulationsgewinn"
grundsätzlich steuerfrei sein. Wir empfehlen Anlegern grundsätzlich
für diese Fragen fachlich versierte Steuerberater zu konsultieren.
Die vorstehende Aussage ist zudem unverbindlich.
Welche Benchmark ist für
Immobilienaktien in der Schweiz anwendbar?
Die Schweizer Börse SWX notiert
seit dem 30. Dezember 1999 den SWX Real Estate Index. Die SWX
berechnet für den Real Estate Index zwei Subindizes: den Price
Index und den Total Return Index.