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Ungebremster
Schweizer Immobilienmarkt
Credit Suisse
veröffentlicht ihre Studie zum Schweizer Immobilienmarkt 2011
Zürich, 08. März
2011 Das tiefe Zinsniveau lässt die Preise im Schweizer
Immobilienmarkt vor allem bei Wohneigentum und Renditeliegenschaften
weiterhin ungebremst ansteigen. In einigen Regionen öffnet sich
dabei die Schere zwischen Immobilienpreisen und Haushaltseinkommen
bedrohlich. Die Frage nach einer Überhitzung gewinnt deshalb weiter
an Brisanz. Weniger der Gefahr von Überhitzungen ausgesetzt sind
hingegen die Geschäftsflächenmärkte, die im Gegensatz zum
Wohnungsmarkt eine rezessionsbedingt verminderte Nachfrage zu spüren
bekamen. Im Büroflächenmarkt rechnen die Ökonomen der Credit Suisse
aufgrund der robusten Beschäftigungsentwicklung für 2011 mit einer
anziehenden Nachfrage, auch wenn vorderhand noch Überkapazitäten den
Markt prägen. Ausserdem zeigt die Studie, dass der
Verkaufsflächenmarkt die Krise relativ unbeschadet überstanden hat
und nun die Auswirkungen des Strukturwandels wieder in den
Vordergrund treten. Das kommt vor allem hochfrequentierten Lagen zu
gute und setzt zweitklassigen Flächen zu.
In einzelnen
Schweizer Regionen kann das erreichte Preisniveau bereits jetzt als
überhöht bezeichnet werden. Eine Rückkehr der Zinsen zum
langfristigen Mittelwert würde in diesen Hochpreisregionen nicht
mehr nur die untersten Einkommensschichten, sondern auch Haushalte
aus dem Mittelstand finanzielle Probleme bereiten. In diesem Fall
würden die dortigen Immobilienpreise zwangsläufig unter Druck
geraten. Geht der Preisanstieg ungebremst weiter, könnte dies in
Kombination mit selbstverstärkenden Mechanismen - wie beispielsweise
dem Glauben an stetig steigende Immobilienpreise - letztlich zu
einer flächendeckenden Blasenbildung führen. Preiskorrekturen sind
vorerst jedoch nicht zu erwarten, da die Nachfrage intakt bleibt und
die weiterhin tiefen Zinsen den Markt beflügeln.
Gefragtes
Wohneigentum
Ein detaillierter
Vergleich der Kosten von Eigentum versus Miete zeigt, dass
Wohneigentum derzeit rund ein Drittel günstiger ist. Die hohe
Nachfrage nach Eigentumswohnungen aus allen Schichten der
Bevölkerung bestätigt diesen Befund. Als Folge davon ist der Markt
für neue Mietwohnungen ins Stottern geraten, wie höhere Leerstände
und ein gebremstes Mietpreiswachstum belegen. Besitzer von
Renditeliegenschaften sehen sich zudem einer Margenerosion
ausgesetzt: denn einerseits sind dem weiteren Wachstum der Mieten
Grenzen gesetzt und andererseits können Zinsanstiege aufgrund des
neuen Referenzzinssatzes erst mit grosser Verzögerung auf die Mieter
überwälzt werden. Dies verdeutlichen die Modellrechnungen der Credit
Suisse-Ökonomen zum Referenzzinssatz.
Büroflächenmärkte:
Exodus von Grossunternehmen aus den Stadtzentren
Erfreulich robuste
Beschäftigtenzahlen konnten den jüngsten Abschwung im
Büroflächenmarkt zwar etwas abfedern, aber den markanten Anstieg des
Flächenangebots nicht verhindern. Neuerdings steigen auch die
Leerstände. Verhalten positive Signale lassen fürs 2011 eine
grössere Nachfrage erwarten, was die anstehende Absorption der
zahlreichen noch in der Hochkonjunktur geplanten Flächen erleichtern
dürfte. Besonders in den Zentren der Grossstädte ist der
Büroflächenmarkt von Standortoptimierungen grosser Unternehmen
gekennzeichnet, welche aus Effizienz-, Prozess- oder auch
Kostengründen vor allem Backoffice-Arbeitsplätze aus den Zentren
abziehen. Gründe dafür sind die bis um die Hälfte günstigeren
Mietkosten ausserhalb der Zentren, tiefere Bewirtschaftungskosten in
grossflächigen Verwaltungsgebäuden und modernste Gebäudetechnik.
Dieser Strukturwandel hat schon vor Jahren eingesetzt, entfaltet
neuerdings aber eine kräftige Breitenwirkung, die Lücken in den
zentralen Geschäftsvierteln hinterlassen dürfte.
Nur noch wenige
weisse Flecken in der Einkaufszentren-Landschaft
Bereits weiter
fortgeschritten ist die Erholung im Verkaufsflächenmarkt, wo das
stark gestiegene Angebot an Flächen bereits seit Mitte des Vorjahres
wieder im Sinken begriffen ist. Die Finanzkrise hat insofern Spuren
hinterlassen, als dass sie der jahrelangen Flächenexpansion in der
Schweiz den Schwung geraubt hat. Die verringerte
Verkaufsflächenplanung lässt sich anhand der Entwicklung neuer
Einkaufszentren gut beobachten: Nach einer Dekade, in welcher
beständig neue Konsumtempel ihre Tore öffneten, zieht sich der
Baubeginn weiterer Vorhaben immer mehr in die Länge. Dafür
verantwortlich ist die mittlerweile hohe Dichte an Einkaufszentren,
welche die Ökonomen der Credit Suisse erstmals mit einem neuen
Indikator nachweisen. So stehen Überkapazitäten rund um St. Gallen
und im Westschweizer Chablais nur noch wenige weisse Flecken
beispielsweise in der Region Thun gegenüber.
Quelle:
Credit Suisse
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