Am Besten setz man
auf Immoaktien
Die direkte Investition in Liegenschaften birgt Risiken, weshalb
viele Anleger Fonds oder Aktien kaufen. Weil die Schweizer Fonds
derzeit hoch bewertet sind, lohnen sich vor allem Aktien. Das
aktuelle Wirtschaftsumfeld ist geprägt durch Unsicherheit,
aufkeimende Inflationsängste und die Euro-Schwäche. Aus diesem und
aus anderen Gründen stösst der Schweizer Immobilienmarkt bei
zahlreichen nationalen und internationalen Anlegern auf zunehmendes
Interesse.
Für diese Investoren stellt sich nun die Frage, ob und in welcher
Form sie ein solches Engagement in Schweizer Liegenschaften eingehen
sollen - ob sie also direkt oder indirekt investieren sollen
Markt ist gesund
Gemäss unserer Einschätzung weist der Schweizer Immobilienmarkt nach
wie vor eine gesunde Struktur auf. Zwar sind auch hier in
Einzelfällen Überhitzungstendenzen auszumachen, doch im Grossen und
Ganzen haben die kreditgebenden Banken wie auch die
Immobilieninvestoren ihre Lehren aus der Krise der 90er-Jahre
gezogen.
Bei den Wohnliegenschaften führen die tiefen Hypothekarzinsen sowie
die Zuwanderungswelle zu einer nach wie vor stabilen Nachfrage.
Aufgrund des spätzyklischen Charakters des Immobilienmarktes ist
damit zu rechnen, dass sich insbesondere bei den
Geschäftsliegenschaften die Spreu vom Weizen trennen wird. Die
Halter von vernachlässigten und peripher gelegenen Immobilien haben
hier mit Mieterwechseln und Werteinbussen zu rechnen. Es
bewahrheitet sich somit einmal mehr die Tatsache, dass
Liegenschaften an attraktiven Lagen in guten wie in schlechten
Zeiten am besten nachgefragt werden.
Direktinvestition bringt Vielfalt
Die Frage, ob ein Investor sein Geld besser direkt in Liegenschaften
oder indirekt via unterschiedliche Immobiliengefässe investieren
soll, hängt von zahlreichen Faktoren wie Anlagebetrag, Know-how,
gewünschte Haltedauer und so weiter ab.
Der grossen Vorteile einer Direktanlage ist sicherlich die enorme
Investitionsvielfalt. Der Anleger entscheidet, ob er eine Villa mit
Seeanstoss, einen voll vermieteten Wohnblock, ein Bürogebäude oder
doch eher eine Detailhandelsliegenschaft kaufen will. Zudem ist es
an ihm zu entscheiden, wo die Immobilie liegen soll.
Demgegenüber wird bei einer Investition in eine Immobilienaktie,
einen Immobilienfonds oder eine Immobilien-Anlagestiftung in ein
bestehendes Liegenschaftsportfolio investiert. Die Selektion der
einzelnen Objekte wurde vom bestehenden respektive bereits vom
vorherigen Management getroffen. Der Vorteil einer solchen
indirekten Anlage liegt darin, dass bereits mit einem bescheidenen
Anlagebetrag eine gute Diversifikation nach Nutzungsarten oder
Regionen erreicht werden kann.
Hinzu kommt, dass Beteiligungen - insbesondere bei den grösseren
Immobilienaktien - rasch über die Börse auf- beziehungsweise
abgebaut werden können. Dies ist bei Direktanlagen nicht möglich.
Zusätzlich entstehen bei diesen hohe Transaktionskosten und beim
Verkauf unterschiedliche Steuern.
Als Nachteil muss bei indirekten Immobilienvehikeln die hohe
Korrelation mit dem Aktienmarkt aufgeführt werden. Trotz ihres
Substanzwertcharakters hängt die Entwicklung der jeweiligen
Aktienkurse stark vom Geschehen an den internationalen Börsenplätzen
ab.
Basierend auf den aktuellen Börsenkursen ziehen wir Immobilienaktien
den Immobilienfonds klar vor. Die Schweizer Immobilienfonds werden
gegenüber den Immobilienaktien mit einer Prämie von 20% gehandelt.
Diese Bewertungsdiskrepanz ist unseres Erachtens nicht
gerechtfertigt. Sowohl Immobilienfonds wie auch Immobilienaktien
besitzen denselben Basiswert, nämlich Liegenschaften. Zudem werden
die Portfolios beider durch unabhängige Liegenschaftsbewerter mit
derselben Bewertungsmethode bewertet. Betreffend
Ausschüttungsrenditen stellen die Immobilienaktien die
Immobilienfonds in den Schatten und das Argument der
Rücknahmegarantie der Immobilienfonds überzeugt nicht. Im Extremfall
muss der Anleger bei Immobilienfonds bis zu zwei Jahre warten, bis
er sein Geld zurückbekommt. Zudem werden regelmässig
Rücknahmekommissionen und Gebührenkosten sowie Steuern vom
dannzumaligen Nettoinventarwert in Abzug gebracht.
Unter den Immobilienaktien favorisieren wir in der Schweiz Allreal
und Swiss Prime Site. Allreal besitzt die breiteste
Wertschöpfungskette der Schweizer Immobilienwerte. Die Unternehmung
weist eine interessante Entwicklungspipeline auf und besitzt im
Bestandesportfolio weiteres Optimierungspotenzial. Zudem ist der
Leistungsausweis des Managements beeindruckend. Swiss Prime Site
glänzt seit Jahren mit starken operativen Kennzahlen und die Aktie
offeriert eine attraktive Ausschüttungsrendite von knapp 6%.
Quelle:
Handelszeitung 09.06.2010
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